Pharmakognosie


Spanische Fliegen aus Erlangen

Cantharides, Lytta vesicatoria L., auch als "Spanische Fliegen" bekannt
(Martius-Pharmakognosie-Sammlung)
Foto: Georg Pöhlein, 2007

Der Erlanger Hofapotheker und Pharmaziedozent Ernst Wilhelm Martius gründete 1818 die später nach ihm benannte "Martius-Pharmakognosie-Sammlung" als Lehrsammlung für die Ausbildung angehender Apotheker.

In den darauf folgenden Jahrzehnten baute sein Sohn Theodor Wilhelm Christian die Sammlung zu einer der vollständigsten in ganz Europa aus. Als er sie 1862 an die Universität verkaufte, umfasste sie 2.855 Objekte. Heute sind davon noch etwa 2.400 erhalten, die meisten davon in gutem Zustand.

Die Martius-Sammlung zeigt einen nahezu vollständigen Querschnitt der pflanzlichen, tierischen und mineralischen Rohstoffe, die im 18. und 19. Jahrhundert zur Herstellung von Medikamenten verwendet wurden. Der Großteil der Objekte stammt aus tropischen Gebieten und wurde von Martius durch Ankauf oder Tausch erworben. Aber auch fast alle Heilpflanzen Europas sind in Form von Wurzeln, Früchten oder Blättern vorhanden.

Die Sammlung war im Lauf ihrer langen Geschichte in verschiedenen Gebäuden rund um den Schlossgarten untergebracht. 1959 wurde sie im Pharmazeutischen Institut in der Schuhstraße aufgestellt, wo sie heute noch im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann.

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