Schulbank


Viersitzige Schulbank, Ende 19. Jh.

Schulbank, zwei metallgefasste Vertiefungen für Tintenfässchen, vier Klappsitze, Ende 19. Jh.
(Schulgeschichtliche Sammlung Nürnberg)
Foto: Georg Pöhlein, 2007

Wie viele Kindergenerationen saßen schon in dieser Bank? Wie viele Hoffnungen, Ideen, aber auch Langeweile, Ärger und Rückenschmerzen stecken in jeder Holzfaser?

Diese Schulbank gab es schon, als die Monarchie das Wissen der Volksschüler noch absichtlich gering hielt. Mündige Bürger wollte man damals nicht. Wer genau hinhört, vernimmt noch die Worte der Lehrer, die 1914 die Begeisterung für den Krieg schürten. Wie viele Kinder, die hier saßen, haben in den beiden Weltkriegen ihre Eltern verloren – wie viele ihr eigenes Leben?

Doch es gab auch andere, bessere Zeiten. Immer wieder mündete kindlicher Wissensdrang in geglückte Berufslaufbahnen. Die pädagogischen Reformen in den Jahrzehnten nach 1945 ließen die Schule ihren doktrinären und autoritären Charakter abstreifen. Die Schnitzereien spiegeln diese neue Zeit. Hier verewigten sich Schüler ohne Furcht vor Rohrstöcken oder Schulverweis.

Heute nehmen auf dieser Bank wieder Schüler von damals Platz. Die vielfältigen Erinnerungen, die sie wachruft, helfen alten Menschen dabei, sich ihr vergangenes Leben zu vergegenwärtigen.

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