Moulage


Bullöses Pemphigoid, Moulage, München 1934

Bullöses Pemphigoid. Originale Beschriftung: "Dermatitis herpetiformis Duhring". H.E. Becher, München, "copiert 1934"
(Moulagensammlung)
Foto: Georg Pöhlein, 2007

Die Haut lässt sich im Gegensatz zu anderen menschlichen Organen nicht konservieren. Andererseits sind ihre optisch "offensichtlichen" Erkrankungen gut abzubilden.

Graphische Darstellungen von Hautkrankheiten liegen daher in großer Zahl und hoher Qualität aus verschiedenen Zeitepochen vor. Ein Meisterwerk dieses Genres ist etwa der "Atlas der Hautkrankheiten" von Ferdinand von Hebra aus dem Jahr 1856.

Diesen zweidimensionalen Darstellungen fehlt jedoch der räumliche Eindruck der Erkrankung. Dieser Mangel wurde Mitte des 19. Jh. durch die Entwicklung der Moulagenkunst kompensiert. Diese Wachsabformungen erkrankter Körperteile vermitteln einen intensiven Eindruck von Farbe, Struktur und Form der Hautveränderung.

Mit der Entwicklung der modernen Fotografie erlebten die aufwendig herzustellenden und empfindlichen Moulagen ihren Niedergang. Heute, im Zeitalter der digitalen Fotografie, können Abbildungen von großer Farb- und Detailtreue ohne Zeitverlust hergestellt werden – allerdings wieder unter Verlust der Dreidimensionalität.

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