Kleeblatt-Schädel


Knöcherner Schädel mit Kleeblatt-Deformität, Erlangen 1788

Knochenpräparat, 38 Tage altes Mädchen, Erlangen 1788
(Pathologische Sammlung)
Foto: Georg Pöhlein, 2007

Der Schädel ist klein, ein Kinderschädel. Und er ist ungewöhnlich geformt. Offensichtlich war das Kind nicht gesund. Es ist wohl an der Krankheit gestorben, die seinem Kopf die seltsame Gestalt gab. Mehr lässt sich aus dem Schädel nicht ablesen. Über das kranke Kind selbst verrät er nichts.

Dennoch können die Fragen, die der kleine Schädel aufwirft, zum größten Teil beantwortet werden. Denn zu diesem Fall gibt es ungewöhnlich viele Informationen:

Der Erlanger Anatomieprofessor Friedrich Heinrich Loschge führte die Sektion 1788 durch. 12 Jahre später veröffentlichte er einen langen Fachartikel über den ungewöhnlichen Fall. Er stützte sich dabei auf Informationen, die er im Umfeld des Kindes eingeholt hatte: bei den Eltern, der Hebamme, dem Chirurgen, dem Amtsarzt. Und er illustrierte den Text mit einem Kupferstich. In der Zusammenschau wird es so möglich, dem Schädel seine individuelle Geschichte zurückzugeben.

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