Amerikanische Wandertaube


Stopfpräparat einer Amerikanischen Wandertaube, vor 1914

Ectopistes migratorius (Amerikanische Wandertaube), Stopfpräparat, vor 1914
(Zoologische Sammlung)
Foto: Georg Pöhlein, 2007

Die Amerikanische Wandertaube war einst der häufigste Vogel Nordamerikas. Sie zog in riesigen Schwärmen über das Land, die bisweilen tagelang den Himmel verdunkelten. Nach Augenzeugenberichten fiel der Taubenkot dann "wie Schnee" herab.

Die Wandertauben richteten ihre Brutkolonien im baumreichen Osten des Landes ein. Auf einem Brutbaum waren oft bis zu 100 Nester versammelt. Ein brütender Schwarm konnte gigantische Ausmaße annehmen: Im Jahr 1871 besetzte in Wisconsin eine Kolonie von über 130 Millionen Vögeln eine Fläche von 2.200 km².

Die Farmer fürchteten um ihre Ernte und ihre Ländereien. Zudem waren die jungen Vögel bei Feinschmeckern begehrt. So begann die Jagd auf die Tauben. Innerhalb weniger Jahrzehnte waren sie auf spärliche Schwärme reduziert. Die vom Herdentrieb geprägten Vögel waren ihren natürlichen Feinden nun nicht mehr gewachsen. Das letzte wildlebende Exemplar wurde im März 1900 in Ohio geschossen.

Im September 1914 starb die letzte Vertreterin ihrer Art im Zoo von Cincinatti. Sie hieß "Martha".

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